2. Frucht- & Getreidesirupe (Einfluss auf die Stärke der Mitte & Feuchtigkeit)
Dicksäfte und Sirupe: liefern meist etwas weniger Kalorien als Haushaltszucker, da in ihnen immer auch Wasser enthalten ist. Enthaltene Vitamine und Mineralien sind nur in gesundheitlich irrelevanten Mengen enthalten.
Reissirup, andere Getreidesirupe, Tapioka-Sirup
Hergestellt: Enzymatische Fermentation spaltet Reisstärke in Oligosaccharide, Maltose und Glucose. Die Flüssigkeit wird gefiltert und zu Sirup eingedickt. Analog werden Dinkelsirup, Weizensirup oder Gerstensirup/-malz hergestellt.
Kalorien im Vergleich zu Haushaltszucker: Kaloriengehalt und Süßkraft im Vergleich zu Haushaltszucker geringer
Einfluss auf den Insulinspiegel:
Karies: fördernd
Nebenwirkungen: Günstig: da kaum Saccharose und Fructose enthalten auch für Menschen mit Fructose-Intoleranz geeignet.
TCM-Betrachtung:
- Thermik: Neutral bis warm.
- Wirkrichtung: Stärken direkt Milz (Mitte)-Qi und Magen-Qi, harmonisieren die Mitte. Da sie aus komplexen Kohlenhydraten gewonnen werden, nähren sie mild das Qi, ohne schlagartig Feuchtigkeit zu erzeugen.
CO2-Abdruck:
Reissirup: Mäßig bis hoch: Reis aus Asien hat lange Transportwege. Zudem verursacht der Nassreisanbau erhebliche Treibhausgas-Emissionen. Der enzymatische Aufschluss zu Sirup benötigt zusätzlich Prozessenergie. (Bio-Reissirup aus europäischem Anbau verbessert die Bilanz deutlich).
Gerstenmalz-, Hafer-, Dinkel- oder Maissirup bei regionalem Getreide: gut bis mäßig: kurze Transportwege und eine günstige Agrarbilanz
Tapioka-Sirup: Hoch bis Sehr hoch: aus Maniok gewonnen: Hauptanbaugebiete in den Tropen, also lange Transportwege. Zudem erfordern Reinigung, Stärkeextraktion und enzymatische Hydrolyse der zähen Wurzeln viel Energie und Wasser.
Ahornsirup
Hergestellt: 90 % aus dem Saft des kanadischen Ahornbaumes (anbohren des Stammes, durch Erhitzen eindicken, filtern, abfüllen, fertig) - vergleichsweise gering verarbeitet
Bestandteile: Zweifachzucker Saccharose (Haushaltszucker), Fructose, Mineralstoffe, Proteine, Apfelsäure
Kalorien im Vergleich zu Haushaltszucker: etwas weniger, dabei aber auch nur 60 - 70 % der Süßkraft
Einfluss auf den Insulinspiegel: wie Haushaltszucker
Karies: fördernd
Nebenwirkungen: wie Haushaltszucker
TCM-Betrachtung:
- Thermik: Neutral bis leicht warm.
- Wirkrichtung: Befeuchtet mild Körperflüssigkeiten, harmonisieret Mitte.
CO2-Abdruck: Hoch bis sehr hoch: Hauptimporteur Kanada. Das Auskochen des Safts (ca. 40 Liter Saft für 1 Liter Sirup) ist extrem energieintensiv und schlägt sich negativ in der CO₂-Bilanz nieder.
Apfel- und Birnendicksaft
Hergestellt: Säfte unter Wärmeeinwirkung eindicken - vergleichsweise gering verarbeitet
Bestandteile: 90% Fructose, 10% Glucose
Kalorien im Vergleich zu Haushaltszucker: um 75% von Haushaltszuckern
Einfluss auf den Insulinspiegel: weitestgehend insulinunabhängig verstoffwechselt; stört jedoch im isolierten Zustand den Stoffwechsel und ist damit keine Alternative für Diabetiker*innen
Karies: fördernd
Nebenwirkungen: wie Haushaltszucker und Fructose
TCM-Betrachtung:
- Thermik: kühl.
- Wirkrichtung: Apfel-/Birnendicksaft befeuchtet gezielt Lunge, kühlt Sommerhitze oder Trockenheit im Magen, sollte aber bei ausgeprägtem Milz-Qi-Schwäche wegen der kühlen Befeuchtung sparsam dosiert werden.
CO2-Abdruck: gering: Oft aus regionalem Streuobstanbau, CO₂-arm
Agavendicksaft
Hergestellt: aus den Blättern der mexikanischen Agave, einem Kaktus
Bestandteile: 90% Fructose, 10% Glucose
Kalorien im Vergleich zu Haushaltszucker: aufgrund seines hohen Fructose-Gehaltes süßer als Haushaltszucker
Einfluss auf den Insulinspiegel: weitestgehend insulinunabhängig verstoffwechselt; stört jedoch im isolierten Zustand den Stoffwechsel und ist damit keine Alternative für Diabetiker*innen
Karies: fördernd
Nebenwirkungen:
Im Übermaß genossen fördert er genauso Adipositas, metabolischem Syndrom, Diabetes wie Haushaltszucker.
Ferner fördert er spezifisch die Bildung einer Fettleber und Gicht.
Größere Mengen können zu Fructose-Malabsorption mit Magenschmerz, Blähungen und Durchfall führen. Die Toleranz ist individuell.
TCM-Betrachtung:
- Thermik: Kühl.
- Wirkrichtung: Befeuchtend, führt jedoch bei isolierter Zufuhr sehr rasch zu Ansammlungen von pathologischer Feuchtigkeit und Schleim. Energetisch blockiert die isolierte Fructose den freien Fluss im Leber-System (Leber-Qi-Stagnation durch Überlastung der Transportfunktion der Mitte).
CO2-Abdruck: Hoch bis sehr hoch: Hauptsächlich aus Mexiko. Langer Seetransport, teils monokultureller Anbau und hoher Energieaufwand beim Eindicken.
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