Medizindrache Alexander Jahn
Chinesische & Japanische Medizin, NAET, Osteobalance

Gruppe 3: Gemüse & Kräuter

Artischocke
Modernes Image: Gallenschützer, Cholesterinsenker, Leber-Detox.
TCM-Realität: Thermisch kühl; bitter und leicht süß. Wirkt direkt auf Leber und Gallenblase. Klärt Feuchte-Hitze in Leber / Gallenblase, bewegt das Leber-Qi und leitet Urin ab.
Günstig für: Leber-Qi-Stagnation mit Hitze, erhöhte Lipide durch Feuchte-Hitze, Völlegefühl nach fettem Essen.
Ungünstig für: Milz-Yang-Schwäche (macht den Stuhl noch weicher), Blutmangel (Blut-Schwäche), da das bittere, kühle Wesen Säfte und Blut verletzen kann, wenn keine Hitze vorliegt.

Aubergine
Modernes Image: Kalorienarmes Gemüse für die mediterrane Küche.
TCM-Realität: Thermisch kalt; süß. Wirkt auf Leber, Milz und Dickdarm. Bewegt das Blut, nimmt Schwellungen und klärt Hitze.
Günstig für: Blut-Stasen mit Hitze, schmerzhafte Hämorrhoiden, Blut im Stuhl, Hautentzündungen (topisch oder gegart).
Ungünstig für: Schwangerschaft (Blut-bewegend!), chronischer Durchfall durch Kälte in der Mitte.

Bärlauch
Modernes Image: Frühjahrskur zur Blutreinigung und Schwermetallausleitung.
TCM-Realität: Thermisch scharf und warm. Wirkt auf Herz, Milz und Magen. Transformiert Schleim, wärmt die Mitte, bewegt Qi und Blut und vertreibt Kälte.
Günstig für: Milz-Yang-Schwäche, Schleim-Kälte-Ansammlungen, Appetitlosigkeit, Schmerzen durch Kälte-Stase.
Ungünstig für: Yin-Schwäche mit Hitze-Symptomen, Hauterkrankungen mit Juckreiz und Rötung (triggert Leber-Wind und Hitze!).

Brokkoli
Modernes Image: Krebsprävention durch Sulforaphan, Super-Gemüse.
TCM-Realität: Thermisch kühl bis neutral; süß und leicht bitter. Wirkt auf Gan, Milz und Magen. Bewegt das Leber-Qi, klärt milde Hitze und leitet Feuchtigkeit über den Urin aus.
Günstig für: Leichtes Leber-Qi- Stagnation, Feuchtigkeitsansammlungen, müde Augen.
Ungünstig für: Roh verzehrt bei schwerem Milz-Yang-Schwäche.
Gut gekocht mit Ingwer fast für jeden Typ geeignet.

Hokkaido-Kürbis
Modernes Image: Beta-Carotin-Lieferant, perfekt für den Herbst.
TCM-Realität: Thermisch warm; süß. Wirkt auf Milz und Magen. Eines der besten Tonika für die Mitte – stärkt das Qi, wärmt die Mitte und transformiert Feuchtigkeit (trotz der süßen Komponente).
Günstig für: Milz-Qi-Schwäche, Milz-Yang-Schwäche, Müdigkeit nach dem Essen, kalte Mitte, breiige Stühle.
Ungünstig für: Akute Feuchte-Hitze-Zustände, schwere Verstopfung durch Magen-Hitze.

Kurkuma (Jiang Huang)
Modernes Image: Das stärkste natürliche Entzündungshemmer-Wunder (Curcumin).
TCM-Realität: Thermisch warm; scharf und bitter. Ein mächtiges Kraut um Blut-Stagnation aufzubrechen und Qi zu bewegen. Es öffnet die Leitbahnen und lindert Schmerz.
Günstig für: Schmerzen in Schultern/Gelenken durch Trauma oder Kälte-Stase, Dysmenorrhoe mit dunklem Blut und Klumpen.
Ungünstig für: Schwangerschaft (Gefahr von Abgängen), ausgeprägter Blutmangel (Blut-Schwäche ohne Stase), da die Schärfe und Wärme das Blut weiter erschöpfen können.

Moringa
Modernes Image: "Meerrettichbaum" – der nährstoffreichste Baum der Erde, Allheilmittel.
TCM-Realität: Thermisch warm bis neutral; scharf, bitter und süß. Wirkt stark wärmend auf die Mitte, vertreibt Kälte, regt den Stoffwechsel an und bewegt das Qi.
Günstig für: Milz-Yang-Schwäche, chronische Kälte-Zustände, Erschöpfung durch Mangel.
Ungünstig für: Yin-Mangel mit Hitze, Schwangerschaft, ausgeprägte Magen-Säure.

Oregano
Modernes Image: Natürliches Antibiotikum (Karvakrol), gut gegen Milz-Hitze.
TCM-Realität: Thermisch scharf und warm. Wirkt auf Lunge, Milz und Magen. Vertreibt Wind-Kälte, transformiert Feuchtigkeit und löst Qi-Stagnation im Darm.
Günstig für: Wind-Kälte-Invasionen, akute Bauchkrämpfe durch Kälte, Feuchtigkeits-Schleim in der Mitte.
Ungünstig für: Yin-Schwäche mit Trockenheit, Hitze im Blut.

Pastinaken
Modernes Image: Altes, bekömmliches Wurzelgemüse, reich an Inulin.
TCM-Realität: Thermisch warm; süß und leicht scharf. Wirkt auf Milz, Magen und Lunge. Wärmt die Mitte, vertreibt Wind und Kälte, stärkt das Milz-Qi.
Günstig für: Milz-Yang-Schwäche, Blähungen durch Kälte, Erschöpfung im Winter.
Ungünstig für: Hitze-Konstitutionen.

Rosenkohl
Modernes Image: Ballaststoffreich, winterlicher Vitaminspender.
TCM-Realität: Thermisch neutral bis kühl; süß und bitter. Wirkt auf Milz und Leber. Bewegt das Qi, klärt Hitze, neigt aber aufgrund der dichten Struktur dazu, bei schwacher Mitte Blähungen zu erzeugen, wenn er nicht richtig gewürzt ist.
Günstig für: Leber-Qi-Stagnation, leichte Hitze.
Bedingt günstig für: Milz-Qi-Schwäche mit starker Blähungstendenz (benötigt Kümmel / Fenchel / Ingwer als Gegenspieler).

Shiitake-Pilze
Modernes Image: Heilpilz zur Immunmodulation und Cholesterinsenkung.
TCM-Realität: Thermisch neutral; süß. Wirkt auf Milz und Magen. Ein hervorragendes Nahrungstonikum für das Milz-Qi. Es nährt Blut, leitet Feuchtigkeit aus und reguliert das Qi.
Günstig für: Milz-Qi-Schwäche, chronische Müdigkeit, Neigung zu Feuchtigkeit bei gleichzeitiger Leere.
Ungünstig für: Akute Hauterkrankungen mit starkem Juckreiz (kann in großen Mengen "Wind" auf der Haut triggern).

Spinat
Modernes Image: Eisenquelle (vgl. „Popeye“), gut für Muskeln und Blut.
TCM-Realität: Thermisch kühl bis kalt; süß. Wirkt auf Leber, Magen und Da Chang. Nährt das Blut und befeuchtet Trockenheit, klärt Hitze. (Das westliche Image stimmt bezüglich der Blut-Wirkung, übersieht aber die abkühlende Wirkung).
Günstig für: Blut-Schwäche mit Neigung zu Verstopfung, trockene Augen (Leber-Blut-Schwäche), gerötete Augen durch leichte Hitze.
Bedingt günstig für: Milz-Yang-Schwäche mit Neigung zu Durchfall oder kalten Extremitäten (muss zwingend mit Ingwer/Knoblauch warm zubereitet werden).

Hier geht es weiter zur Gruppe 4: Getreide, Saaten & Pseudogetreide!

 
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