Medizindrache Alexander Jahn
Chinesische & Japanische Medizin, NAET, Osteobalance

Snacks & TCM

Unlängst habe ich einen Snack aus frittierten Ackerbohnen, Mandeln und frittierten Kichererbsen versucht und mir Gedanken darüber gemacht.

Energetische Bewertung der Zutaten

  • Ackerbohnen & Kichererbsen thermisch eher neutral bis leicht kühl und haben einen süßen Geschmack. Sie stützen Milz und Magen, und helfen dabei, Feuchtigkeit auszuleiten.
  • Mandeln wirken thermisch neutral bis leicht warm, befeuchten die Lunge und unterstützen den Darm.
  • Frittieren fügt den Lebensmitteln extrem viel Hitze und Trockenheit hinzu. Der neutrale Charakter der Hülsenfrüchte schlägt in warm bis heiß um.


Die TCM-Perspektive: Pro & Contra

  1. Hülsenfrüchte sind eigentlich hervorragende Qi-Tonika für die Mitte. Aber: Durch das Frittieren entsteht eine Kombination aus Hitze und Fett. In der TCM nennen wir das Feuchte-Hitze. Isst man zu viel davon, kann das die Umwandlungsfunktion der Mitte überlasten und zur Bildung von „Trübheit“ führen.
  2. Der Snack ist extrem knusprig. Der Röst- und Frittier-Prozess erzeugt ein Aroma, das zwar den Appetit anregt (Milz liebt kleine Mengen an Röstaromen), aber bei Übermaß die Körpersubstanz verletzt. Neigt man zu Trockenheit oder entwickelt leicht Hitze-Symptome, ist dieser Snack eher mit Vorsicht zu genießen.
  3. Positiv hervorzuheben ist, dass Hülsenfrüchte (auch frittiert) eine hohe Nährstoffdichte haben. Sie bieten mehr Substanz als ein klassischer Kartoffelchip und stützen Blut und Essenz durch ihren Samen-Charakter besser.

Resümee
Da der Snack recht trocken und erhitzend wirkt, ist er kein „Dauersnack“ für den ganzen Abend.

Kombination: Am besten trinkt man dazu einen grünen Tee, einen leichten Pfefferminztee, oder einen Fernet-Kräuterbitter (in geringer Menge!). Diese helfen, die Hitze des Frittierten etwas zu klären und die Fettverdauung zu unterstützen.

Menge: in Maßen genießen. Als kleine „Qi-Spritze“ zwischendurch ist er okay, aber man achte darauf, ob er Anzeichen von innerer Hitze (z. B. Durst, Unruhe oder Sodbrennen) auslöst.


Für wen ist er gut geeignet, für wen nicht?
Wer davon profitieren kann
Am ehesten geeignet ist der Snack für Menschen mit einer ausgeprägten Kälte-Konstitution oder einer Yang Mangel.

  • „Fröstel-Typ“ (Yang Mangel): Menschen, denen ständig kalt ist, die blass sind und durch die Kälte zu weichem Stuhl neigen. Hier kann die Hitze des Frittierten und die stützende Kraft der Hülsenfrüchte wie ein kleiner „Ofen“ für die Mitte wirken.
  • Starke Feuchtigkeit ohne Hitze: Wenn jemand sehr viel Kälte-Feuchtigkeit im System hat (Ödem-Neigung, Schweregefühl), kann die Trockenheit des Snacks helfen, diese Feuchtigkeit kurzfristig zu binden bzw. zu „transformieren“.
  • Qi &/ Blut-Mangel-Typen: Da Ackerbohnen und Mandeln sehr substanzreich sind, bietet der Snack für Menschen mit Substanzmangel (aber einer starken Verdauungskraft!) eine schnelle Energiezufuhr.
  • Archetypen als Beispiele
  1. „Arktis-Forscher“ oder Bergbauer: Menschen, die in extremer Kälte körperlich schwer arbeiten. Sie brauchen die massive Hitze des Öls und die schwere Dichte der Hülsenfrüchte, um ihr Yang gegen die äußere Kälte zu verteidigen.
  2. Starke körperliche Auszehrung bei extremer Trockenheit: In sehr windigen, kalten Regionen (wie in Teilen der Mongolei oder Tibet) werden oft fettige, geröstete Dinge gegessen, um den Körper gegen den Wind zu versiegeln.

Wer ihn unbedingt meiden sollte
Es gibt drei Profile, bei denen dieser Snack das energetische Gleichgewicht massiv stören kann:

  • Yin-Mangel: Menschen, die zu Nachtschweiß, innerer Unruhe, trockenen Schleimhäuten oder Hitzegefühlen in den Abendstunden neigen, sollten die Finger davon lassen. Die Kombination aus Trockenheit und Frittier-Hitze wirkt wie ein „Löschblatt“ auf das restliche Yin und verbrennt die kostbaren Körper-Säfte.
  • Hitze-Konstitutionen: Wer ohnehin zu Entzündungen, Sodbrennen, Akne oder einem roten Gesicht neigt, befeuert mit diesem Snack das Feuer im Inneren. Besonders bei Magen-Feuer (großer Hunger, Zahnfleischbluten, Mundgeruch) ist dieser Snack wie Benzin im Feuer.
  • aufsteigendes Leber-Yang: Da der Snack thermisch sehr aggressiv nach oben steigen kann (durch die Frittier-Hitze), ist er bei Neigung zu Kopfschmerz, Schwindel oder Bluthochdruck kontraproduktiv.
  • Archetypen als Beispiele:
  1. Stress-Hitze (Leber-Qi-Stagnation, die sich erhitzt) oder Yin-Mangel durch zu viel Bildschirmarbeit und Schlafmangel leiden. Diesen Menschen schadet so ein Snack mehr, als er ihnen nützt.


Doch warum können wir eigentlich nicht aufhören, wenn die Tüte erst einmal offen ist? Auf der nächsten Seite schauen wir uns das energetische ‚Sucht-Prinzip‘ an und klären, warum Linsenchips oft eine Mogelpackung sind.

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