Wirkung von Tai Ji auf Adipositas
Im Allgemeinen geht man davon aus, dass durch langfristige Bewegung mit mittlerer oder niedriger Kraft eine Gewichtsreduktion möglich ist. Auch die traditionelle chinesische Bewegungsform TaiJi, die mit mittlerer oder niedriger Kraft ausgeführt wird, hat auf Adipositas einen positiven Effekt.
In einer randomisierten kontrollierten Studie (Siu et al. 2017) wurden 142 chinesische Erwachsene im Alter von 50 Jahren oder älter mit zentraler Adipositas (männliche Teilnehmer mit einem Taillenumfang von mehr als 90 cm und weibliche Teilnehmer mit einem Taillenumfang von mehr als 80 cm) rekrutiert.
Die Teilnehmer wurden randomisiert in eine Kontrollgruppe mit 51 Personen (keine Intervention), eine Fitness-Gruppe mit 43 Personen (12-wöchige allgemeine Fitness-Intervention) und eine Taiji-Gruppe mit 48 Personen (12-wöchige Taiji-Intervention im Yang-Stil, 3 x pro Woche) eingeteilt.
Nach zweiwöchiger Intervention verringerte sich der Taillenumfang in der Taiji-Gruppe um etwa 2 %, während er in der Fitness- und der Kontrollgruppe um etwa 1 % zunahm. Die Abnahme des Taillenumfangs war in der Taiji-Gruppe signifikant höher als in der Kontrollgruppe, was darauf hindeutet, dass 12 Wochen Taiji-Training die zentrale Adipositas verbesserte.
Dies legt nahe, dass Taiji eine geeignete Bewegungsform für ältere Personen ist, um mit zentraler Adipositas umzugehen und dadurch das Risiko von Begleiterkrankungen zu reduzieren.
In einer Studie (Tao et al. 2012) wurden die Serumtriglyceride (TG), das Gesamtcholesterin (TC), das Low-Density-Lipoprotein (LDL-C) und das High-Density-Lipoprotein (HDL-C) bei adipösen älteren Menschen, die ein Jahr lang TaiJi praktizierten, regelmäßig gemessen. Die Ergebnisse zeigten, dass die TC-, TG- und LDL-C-Konzentrationen im Serum signifikant absanken und die HDL-C-Konzentration signifikant anstieg.
Ein weiterer Umstand: je länger Taiji geübt wurde, umso stärker verbesserten sich die Blutfette.
TaiJi hat bei fettleibigen älteren Personen deutliche Trainingseffekte, es verbessert den Blutfett- und Lipoproteinstoffwechsel, es wirkt Atherosklerose entgegen und beugt Herz- und Gehirn-Erkrankungen vor. Allerdings konzentrieren sich diese Studien hauptsächlich auf die Trainingseffekte. Es gibt nur wenige Studien, die den Wirkmechanismus untersuchen.
Vielen Dank für ihr Interesse!