„Superfood“-Fallen aus TCM-Sicht
Das Hauptproblem ist oft nicht das Lebensmittel an sich, sondern die Menge und die Kombination bei einer bereits schwachen Mitte (Milz-Qi-Mangel).
1. Die Kokos-Falle (Kokosmilch, Kokosöl)
• Modernes Image: Gesundes Fett, entzündungshemmend.
• TCM-Realität: Kokosmilch ist extrem fettreich, süß und schwer. Sie wirkt stark befeuchtend. Bei Patienten mit weißem Zungenbelag und Völlegefühl wirkt sie wie „Kleber“ im Verdauungstrakt.
• Unterscheidung: Kokoswasser ist kühlend und klärt Hitze (gut im Sommer), Kokosmilch hingegen baut Yin auf. Für jemanden mit einer schwachen Mitte entsteht dadurch massiv Feuchtigkeit, die Qi- und Blut-Fluss behindert.
2. Die Avocado-Falle
• Modernes Image: Die ultimative Quelle für gute Fette.
• TCM-Realität: Avocado ist energetisch sehr reichhaltig und „fettig“ (Yin-betont). Für eine starke Mitte ist sie toll, um Säfte aufzubauen. Bei Patient*innen mit einer gedunsenen Zunge ist sie jedoch zu klebrig. Sie blockiert den Qi-Fluss in der Mitte.
3. Die Smoothie- & Rohkost-Falle
• Modernes Image: Vitamine pur, reinigend.
• TCM-Realität: Die Kombination aus kalt (Temperatur), roh (schwer spaltbar) und Säure (zieht zusammen) ist der Super-GAU für das Milz-Yang. Das System muss massiv Energie aufwenden, um diese „kalte Suppe“ auf 37 °C zu erwärmen. Wenn das Yang fehlt, bleibt die Flüssigkeit als Feuchtigkeit im Gewebe liegen. Die Feuchtigkeit blockiert den Qi-Fluss in der Mitte.
4. Die Nuss- & Samen-Falle (Leinsamen, Chiasamen, Nüsse)
• Modernes Image: Omega-3, Ballaststoffe.
• TCM-Realität: Nüsse und Samen sind konzentrierte Essenz (Jing). Sie sind sehr ölhaltig. In kleinen Mengen nähren sie das Blut, in großen Mengen (wie der Esslöffel im Müsli jeden Tag) erzeugen sie „feuchte Hitze“ oder „kalten Schleim“, vor allem wenn sie nicht geröstet oder eingeweicht sind.
5. Die Milchalternativen (Hafermilch, Mandelmilch)
• Modernes Image: Gesunder Ersatz für Kuhmilch.
• TCM-Realität: Viele dieser Drinks sind industriell hochgradig verarbeitet (HPF) und enthalten oft Verdickungsmittel (Guarkernmehl etc.) oder haben einen sehr hohen glykämischen Index (besonders Hafermilch). Das „Süße“ und die flüssige Form erzeugen oft mehr Feuchtigkeit als eine kleine Menge hochwertige Butter.




