Medizindrache -
Warum dieser Name? 
 

In China gilt der Drache als ein Wesen mit überwiegend positiven Eigenschaften. Er bringt erhofften, Fruchtbarkeit spendenden Regen und schlechthin das Glück. Zudem ist er das Symbol der kaiserlichen Macht und steht für Wachsamkeit, Logik, Klugheit und Stärke.

Dem unter dem Zeichen des Drachen geborenen wird nachgesagt, er sei ebenfalls ein Glücksbringer.
Er soll aufrichtig, tapfer, energisch und ausdauernd sein. Durch seine robuste und stabile Gesundheit erreicht er üblicherweise ein hohes Alter. In seinem Leben ist er sehr erfolgreich, mutig und leicht entflammbar. Er strotzt vor Kraft und Energie, ist großherzig und anspruchsvoll. Er sitzt nicht untätig da und wartet, wie er „geschicksalt“ wird. Er bestimmt stets sein Tun selbst, nach Möglichkeit, gibt seinem Leben seine eigene Richtung und lässt sich nicht unterkriegen.
Auch wenn er ein hitziges Temperament besitzt, ist er doch ein freundlicher und hilfsbereiter Zeitgenosse.

Zwar sehen wir im Westen den Drachen oftmals als ein negativ besetztes Wesen. Doch steht er, vielleicht gerade deshalb, für eine Prüfung, die bestanden werden muss, um in eine neue, höhere Stufe seines Lebenszyklus‘ einzutreten. So gelten eigentlich immer schon und in allen Kulturen das rituelle „Verschlungenwerden“ und die anschließende Wiedergeburt als klassische Initiationsrituale.

In der modernen Psychologie nach C. G. Jung  steht der Drache für den Schattenarchetyp, der die negativen, sozial unerwünschten und daher unterdrückten Züge einer Persönlichkeit zeigt und lebt. Weil diese Tendenzen für das „Ich“ wegen seiner gesellschaftlich weniger erwünschten Tendenzen unangenehm sind, so wird dieser Teil in das Unbewusste abgeschoben. Entwicklung zu einer vollständigen Persönlichkeit erfordert aber als erstes das Annehmen und die Integration eben dieser Schattenseiten. 

Als ich in China lebte, bekam ich von einer Lehrerin meinen chinesischen Namen „Wang Yao Long“, was übersetzt heißt „Prinz des Medizindrachens“. Sie hatte zur Namensfindung sich aller Mittel bedient, die man in China nützt, den optimalen Namen für sein Kind zu finden.

Sie hatte wohl einige Mühe verwendet, denn ich finde, dass mir dieser Name gut passt.

Nicht nur, dass ich tatsächlich im Jahr des Drachen geboren bin. Ferner bedeutet „Den Drachen reiten“ „traditionelle chinesische Medizin zu praktizieren“.

Warum sie mir den Namen „Prinz“ gegeben hat? Ich weiß es nicht. Vielleicht wollte sie mir damit sagen, dass ich eben nicht der Drache bin, sondern nur dessen Schätze verwalte und mich manchmal seinen Anordnungen fügen muss. Vielleicht auch, dass ich mein ganzes Leben um die richtige Ausübung dieser Heilkunst bemühen muss. Wie sagte einst ein Klassiker: „Ein Menschenleben ist zu kurz, um die chinesische Medizin vollständig zu erlernen.“

Also will ich Sie als mein Patient / meine Patientin mit den oben genannten, Gesundheit fördernden Eigenschaften des Drachen durch die Prüfung von Krankheit zu einem passenderen Leben begleiten.